
Fördermaßnahmen 2025
Oktober 28, 2025Warum Kindheit und Smartphone nicht zusammenpassen 17. April 2026
Vortrag von Prof. Dr.Dennis Steininger in Fa. MiniTec
Die Sonja+Bernhard-Bauer-Stiftung hat mit Unterstützung der Verbandsgemeinde und der Ortsgemeinde Schönenberg-Kübelberg zu einem äußerst aufschlussreichen Vortrag eingeladen: Welche Auswirkungen hat die exzessive und unkontrollierte Nutzung von Smartphones bei Kindern? Durch die zunehmenden Probleme und die aktuelle Diskussion gewinnt dieses Thema immer größere Brisanz.
Smartphones sind für viele Kinder bereits im Grundschulalter ein selbstverständlicher Begleiter. Gleichzeitig wächst die Zahl wissenschaftlicher Studien, die auf negative Folgen intensiver Nutzung hinweisen, etwa für Schlaf, Konzentration, Lernerfolg, psychische Gesundheit und soziale Entwicklung. Cyber-Mobbing und schlechte Gefühle beim Vergleich mit den Social-Media-Stars sind für viele Kinder zum traurigen Alltag geworden.
Der Vortrag des Wirtschaftsinformatikers Prof. Dr. Dennis Steininger stellte zentrale Erkenntnisse der aktuellen Forschung zur Smartphone-Nutzung von Kindern und Jugendlichen vor. Eindrücklich konnte er zeigen, mit welchen psychologischen Mitteln die großen Anbieter wie Tiktok, Facebook, Youtube oder WhatApp Kinder verführen, möglichst viel Zeit mit den sozialen Medien zu verbringen. „Dark Patterns“ heißen die gezielten Designtricks, um mit endlosem Scrollen, Push-Nachrichten oder Likes Jugendliche schneller süchtig zu machen und damit die Verweildauer und die Gewinne zu erhöhen.
Insbesondere Kinder im Alter zwischen 10 und 16 Jahren befinden sich in einer kritischen Phase ihrer Entwicklung. Diese Phase ist entscheidend für: Emotionsregulation, Impulskontrolle, soziale Kompetenzen und Identitätsbildung . Folgen stundenlanger Bildschirmzeit sind Stress, Angststörungen, Essstörungen, Depressionen/Selbstverletzungen. In der Schule häufen sich Aufmerksamkeitsdefizite, krankhaftes Aufschieben von Aufgaben und schwache Schulleistungen. Selbst die physische Gesundheit wird beeinträchtigt durch Schlafstörungen, Tagesmüdigkeit, Übergewicht, Sehprobleme. Auch auf das Sozialverhalten hat die unkontrollierte Nutzung negative Folgen: Soziale Isolation, Einsamkeit, Familienkonflikte
Zitat Prof. Steininger: „Wir geben Kinder Technologien, die auf maximale Verhaltenssteuerung optimiert sind, in einer Phase, in der sie sich selbst noch nicht steuern können.“
Zudem ordnete er die Handy-Frage in die aktuelle gesellschaftliche Debatte ein. Dabei geht es um die Frage, welche Verantwortung verschiedene Akteure tragen: Welche Rolle spielen Eltern und Schulen im Umgang mit digitalen Medien und welche Rahmenbedingungen sollte die Politik setzen?
Besonders hilfreich für Eltern und Erzieher waren die praxisnahen Ansätze, wie wir den Herausforderungen der Smartphone-Nutzung im Elternhaus wie im Schulalltag begegnen können. Einfache Verbote sind meistens wirkungslos und führen häufig zu Konflikten. Hier konnte Prof. Steininger praktikable Lösungen aufzeigen.
Natürlich bietet ein Smartphone auch große Möglichkeiten bei richtiger Nutzung. Man darf Kinder aber damit nicht allein lassen.
Die Zuhörer dankten Herrn Prof. Steininger zu diesem spannenden und sehr hilfreichen Vortrag mit langanhaltendem Applaus. Er hat dankenswerterweise die Folien des Vortrags zum Download zur Verfügung gestellt. Sie können das Handout der Veranstaltung von der Website www.minitec.de oder www.s&b Stiftung herunterladen.
Der Zuspruch zu der Veranstaltung war mit über 100 Teilnehmern äußerst groß und zeigte die Wichtigkeit des Themas.
Prof. Steininger ist Inhaber des Lehrstuhls für Entrepreneurship, RPTU in Kaiserslautern



